Nachfolgend möchte ich euch meine (Haupt-)Charaktere bereits einmal kurz vorstellen, um für einen ersten und guten Eindruck zu sorgen. Aber auch nach dem Lesen kann diese Seite nochmal spannend die Eindrücke aus dem Werk gut zusammenfassen und zudem auch eine Verbindung zu mir als Autor ziehen.
Die Hüter
Aedan Ríoghain
Aedan Ríoghain lebt allein am Rand des Hains von Druim na Seach, dort, wo Wald und offenes Land aufeinandertreffen. Als Waldhirte und Grenzwächter beobachtet er die Umgebung aufmerksam, erkennt Veränderungen früh und überbringt gelegentlich Nachrichten der Druiden. Seit dem Verlust seiner Eltern führt er ein stilles, zurückgezogenes Leben, spricht wenig und hört dafür umso genauer zu. In den umliegenden Siedlungen kennt man ihn und nimmt seine Worte ernst, obwohl er kein Anführer ist. Ein besonderes, nie erklärtes Privileg erlaubt ihm zudem, den Hain der Druiden zu betreten – ein Zeichen dafür, dass er zwischen den Welten steht und eine Verantwortung trägt, die nur wenige verstehen.
- Charakter: Besonnen, zurückhaltend, beobachtend.
- Autor-Projektion: Ich beschreibe mich selbst als jemanden, der selten das Wort ergreift, aber wenn er es tut, dann hat es auch Gewicht.
- Interpretation: Aedan symbolisiert Introspektion und innere Klarheit. Er zeigt, dass wahre Stärke nicht in Lautstärke oder Dominanz liegt, sondern im bewussten, durchdachten Handeln. Die Lesenden spüren durch seine Figur die Wichtigkeit von Aufmerksamkeit, Geduld und Timing.
Branwen Caerfhael
Branwen Caerfhal verwaltet die hochgelegene Feste Caerfhal, deren mächtige Mauern das Grenzgebiet Bryn Caled schützen. Obwohl er keine Krone trägt, gilt sein Wort innerhalb der Ringmauern als Gesetz, denn er sieht die Siedlung nicht nur als Bauwerk, sondern als Verantwortung für jeden Stein und jeden Menschen darin. Aus einer Linie von Baumeistern stammend, entscheidet er besonnen über Handel, Konflikte und die Sicherheit der Tore. Branwen lebt schlicht, denkt in Generationen statt in Tagen und genießt großen Respekt in der Region. Man sagt, er kenne nicht nur jede Schwachstelle der Mauern, sondern auch die der Menschen – und wisse genau, wann man ein Tor geschlossen halten muss und wann es klug ist, es zu öffnen.
- Charakter: Verwalter der Mauern und der Menschen im Zentrum.
- Autor-Projektion: Branwen reflektiert mein Schutzbedürfnis für meine Familie und mein eigenes Leben.
- Interpretation: Branwen ist die Verkörperung von Verantwortung und Fürsorge, sowohl physisch als auch emotional. Seine Mauern stehen metaphorisch für die Grenzen, die ich um sein eigenes Leben ziehe – eine Mischung aus Selbstschutz und dem Bedürfnis, die Liebsten zu behüten.
Maeloc Dúnarraidh
Maeloc Dúnarraidh ist ein Druide aus den rauen Hochlanden von Sliabh Corr, der sein Leben einem alten, schmerzhaft eingebrannten Schwur verschrieben hat, Recht zu sprechen und gebrochene Versprechen zu richten – auch um den Preis persönlicher Bindungen. Seit seiner Weihe lebt er einsam nahe den Ruinen von Dún Arraith und entscheidet über Streitigkeiten und Schuld, die anderswo nicht mehr gelöst werden können. Seine Urteile sind ruhig, klar und unumkehrbar, weshalb man ihn nicht aus Grausamkeit fürchtet, sondern wegen seiner Konsequenz. Ohne Familie, Besitz oder weltliche Macht verkörpert Maeloc Gesetz, Schwur und Unnachgiebigkeit – überzeugt davon, dass Recht nur bestehen kann, wenn es nicht von Mitgefühl oder Nähe beeinflusst wird.
- Charakter: Druide, legt Wert auf Gesetze und Schwüre.
- Autor-Projektion: Vertrauen, Regeln und Versprechen sind zentrale Werte für mich.
- Interpretation: Maeloc zeigt, dass Ordnung und ethische Verpflichtungen nicht nur extern gelten, sondern innere Leitplanken meiner selbst widerspiegeln. Sein Verhalten betont, wie sehr Integrität und Verlässlichkeit für mich selbst zentral sind.
Taranis Brethach
Taranis Brethach ist der Richter der Ebenen von Magh Taran, einer Region voller Handel, Bündnisse und alter Fehden, in der klare Entscheidungen über Frieden oder Krieg bestimmen. In seiner offenen Halle nahe dem Fluss Ath Tairne spricht er Recht ohne Zögern, geprägt vom Tod seines Vaters, der einst in einem ungelösten Streit fiel – eine Lehre, dass Zögern Leben kosten kann. Als charismatischer, kraftvoller Mann führt er in Krisenzeiten auch Krieger an und steht für kompromisslose Ordnung, wobei sein Zorn kontrolliert bleibt und ihm als Werkzeug der Entscheidung dient. In der Region genießt er großen Respekt und Autorität, denn wenn Taranis spricht, hat sein Wort Gewicht – und wenn er schweigt, fürchten die Menschen das Urteil, das folgen wird.
- Charakter: Richter, impulsiv, wütend, aber gebremst.
- Autor-Projektion: Ich erlebe Zorn ähnlich – stark, aber innerlich zurückgehalten, manchmal nur mental ausgeführt.
- Interpretation: Taranis ist die Seite in mir, die kämpft und urteilt, die impulsiv reagiert, aber dennoch moralisch gefiltert wird. Er ist die emotionale Intensität, die Entscheidungen prägt, ohne sofortige physische Reaktion – der innere Richter, der die Welt bewertet.
Fionnlagh Glasfenn
Fionnlagh Glasfenn lebt als wandernder Kundschafter und Bote in den nebelreichen Mooren von Glasfenn, ohne festen Wohnort, doch immer wieder zurückkehrend zu einem namenlosen Weiler im Moor. Er trägt Nachrichten und Geschichten zwischen Menschen und Reichen, hört aufmerksam zu und merkt sich Details, die anderen entgehen. Bekannt ist er für seine Verlässlichkeit – er lügt nicht, auch wenn er nicht immer die ganze Wahrheit sagt. Beweglich, still und beobachtend bewegt er sich durch eine Welt voller Unsicherheiten und weiß, wann Worte nötig sind und wann Schweigen klüger ist. Seine wahre Stärke liegt darin, Wege zu kennen – und vor allem zu wissen, wann man sie gehen sollte und wann es besser ist zu verschwinden.
- Charakter: Mitfühlend, beschützend, vor allem gegenüber Kindern.
- Autor-Projektion: Direkt von meiner Vaterrolle inspiriert.
- Interpretation: Fionnlagh verkörpert Vaterliebe und Angst um die Schutzbedürftigen. Er ist die emotionale Brücke zwischen persönlicher Verantwortung und universeller Fürsorge. Seine Entscheidungen zeigen, dass Zärtlichkeit und Stärke zusammenwirken, besonders wenn es um Schutz geht.
Ercán Dubraic
Ercán Dubraic lebt zurückgezogen im abgelegenen Dubraic-Tal nahe eines alten Steinkreises und gilt als stiller Beobachter, Berater und Sammler von Geheimnissen. Ohne offiziellen Titel bewegt er sich im Hintergrund von Macht und Entscheidungen, hört mehr zu als er spricht und nutzt Wissen sowie Geduld als seine wichtigsten Werkzeuge. Unscheinbar im Auftreten und bewusst zurückhaltend versteht er, dass wahre Einflussnahme oft im Verborgenen geschieht. Für Ercán liegt Macht nicht im offenen Handeln, sondern im Wissen, im richtigen Moment zu schweigen – und darauf zu warten, dass andere ihre Geheimnisse selbst preisgeben.
- Charakter: Wissend, verschlossen, gibt nur notwendige Informationen preis.
- Autor-Projektion: Ich selbst neige zur Zurückhaltung und spreche oft weniger, als es vielleicht nötig wäre.
- Interpretation: Ercán steht für Reflexion, Wissen und selektive Offenbarung. Die Figur zeigt, dass nicht jedes Wissen sofort geteilt werden muss – es repräsentiert meinen inneren Beobachter, der Situationen analysiert, bevor er handelt.
Der Antagonist (Band 1)
Maelcor Dúnraith
Maelcor Dúnraith ist ein ehemaliger Druide, der sich schon früh durch ungewöhnliche Zurückhaltung und Beobachtungsgabe auszeichnet und erkennt, dass jeder Eingriff in die Magie einen Preis hat, auch wenn dieser nicht sofort sichtbar wird. Statt Macht zu suchen, beginnt er der Magie zuzuhören und greift nur vorsichtig ein, um Schäden zu begrenzen oder unbedachte Eingriffe anderer rückgängig zu machen. Als ihm die Weiße Frau erscheint, wird er zum Hüter der Magie bestimmt, dessen Aufgabe darin besteht, ihre freie Bewegung zu schützen und zu verhindern, dass Menschen sie festhalten oder als Werkzeug der Macht missbrauchen; zugleich verlängert die Magie sein Leben weit über das eines gewöhnlichen Menschen hinaus. Über fast zweihundert Jahre erfüllt er diese Aufgabe, doch mit der Zeit führen Müdigkeit, Verantwortung und die zunehmenden Forderungen der Menschen dazu, dass er Eingriffe dauerhaft stabilisiert und Kräfte festhält, die eigentlich weiterziehen müssten. Dadurch staut sich die Magie um ihn herum, während die Welt ruhiger und abhängiger von ihm wird und er damit selbst zum Fixpunkt im Fluss der Magie wird. In dem Glauben, die Welt brauche ihn, beginnt er sich nicht mehr als Mensch, sondern als gottgleiches Wesen zu sehen und bindet immer mehr Magie an sich, wodurch er das Gleichgewicht gefährdet, das er einst schützen sollte.
Die Magie
Die Weiße Frau
Die Weiße Frau ist eine selten erscheinende Gestalt und gilt als Verkörperung der Magie selbst. Sie besitzt keinen festen Namen und wird in verschiedenen Überlieferungen auch die Namenlose, die Erste oder die Letzte genannt. Obwohl sie älter ist als jedes menschliche Gottesbild, ist sie keine Göttin, sondern Ausdruck des Gleichgewichts der Magie. Ihr Erscheinen ist außergewöhnlich selten und geschieht nur dann, wenn dieses Gleichgewicht durch Übermaß, Missbrauch magischer Kräfte, Gier oder das Vergessen natürlicher Grenzen bedroht ist. Wo sie erscheint, passt sie sich nicht der Welt an, sondern die Welt richtet sich nach ihr. Ihre Gegenwart bedeutet keinen Befehl und keine Belohnung, sondern markiert eine Grenze oder einen Wendepunkt. In Maelcors Leben wird sie zur Instanz, die ihn an seine Aufgabe bindet und ihn zum Hüter der Magie bestimmt.